Film ab!

12. Apr 2019
Michaela Ulrich

Lesezeit: 3 Minuten

Drei Tage lang war ein dreiköpfiges Kamerateam des Bayerischen Rundfunks auf dem BAUR-Gelände unterwegs. Das Uselab unseres Teams UCD war einer ihrer Stopps, um den Ausbildungsberuf “Kaufleute im E-Commerce” näher zu beleuchten.

Dreharbeiten BR

Der Ausbildungsberuf „Kaufleute im E-Commerce“ ist seit zehn Jahren der erste neue kaufmännische Ausbildungsberuf auf dem Markt und wurde maßgeblich von BAUR initiiert. Seit dem 1. September 2018 können sich Schulabsolventen dazu ausbilden lassen. In Deutschland wurden im letzten Jahr rund 1300 auszubildende Kaufleute im E-Commerce eingestellt, fünf davon bei BAUR.

Drei Tage lang war ein Kamerateam des BR-Fernsehens bei BAUR zu Gast, um mehr über den Ausbildungsberuf zu erfahren. Die Aufnahmen wurden für das ARD-alpha-Format „Ich mach’s!“ gedreht. In dieser Sendung wird jede Woche ein Ausbildungsberuf und die zentralen Informationen zu diesem präsentiert, sodass angehende Auszubildende einen Überblick über die Möglichkeiten der Ausbildung bekommen. Ziel des Redaktionsteams war es, den Ausbildungsberuf „Kaufleute im E-Commerce“ mit möglichst unterschiedlichen Facetten zu zeigen.

Dazu führten die E-Commerce-Azubis, unterstützt von den jeweiligen Ausbildungsbeauftragten aus den Fachabteilungen, das Kamerateam durch die unterschiedlichsten Abteilungen der BAUR-Gruppe.
Bei empiriecom stellten die Auszubildenden Aileen und Tim das Usability Labor unseres User Centered Design (UCD) Teams vor. Mit von der Partie waren unsere UCD Consultants Katharina und Steffen, die für den Dreh die Erhebung eines Usability Tests demonstrierten und Einblicke in den Erhebungsraum- sowie den Beobachtungsraum gaben.


Wieso, weshalb, warum? Was hat es mit diesem Test auf sich? Und wie war der Videodreh mit dem BR?
Wir haben Katharina und Steffen gefragt!


Warum wurde ausgerechnet euer Team ausgewählt und gefilmt?

Im zweiten oder dritten Lehrjahr ist unser Fachgebiet “Usability” eine der Ausbildungsstationen, die die Azubis durchlaufen.

Unser Team User Centered Design bietet User Research beziehungsweise Usability Methoden als Dienstleistungen an. Wir analyiseren Nutzungskontexte, um darauf aufbauend festzulegen, welche Anforderungen ein Produkt (oder ein Service) eigentlich erfüllen muss. Im Anschluss entwickeln wir Lösungen und verproben diese am Nutzer, also den Kunden. Hierbei bedienen wir uns sowohl an qualitativen als auch an quantitativen Methoden.

Info

Mehr zu den Aufgaben vom Team User Centered Design erfährst du in unserer Teamvorstellung “Team UCD – die Kunden im Fokus”.

Was ist das für ein Test? Und wozu wird er durchgeführt?

Mit einem Usability-Test überprüfen wir gemeinsam mit den späteren Benutzern die Gebrauchstauglichkeit eines interaktiven Systems. Aufgedeckte Probleme und Schwachstellen können durch den Interviewleiter und Probanden detailliert erörtert werden, während der Beobachter alles protokolliert.

Dreharbeiten BR
Was ist dazu nötig?

Wichtig ist ein empathischer Interviewer, der die einzelnen Probanden beim Test anleitet, das heißt Use Cases stellt, Vorgehen beobachtet und gezielt nachfragt. Unsere Probanden, die die späteren Nutzer und damit die Zielgruppe widerspiegeln, sollten offen und kommunikativ sein.

Das Untersuchungsobjekt oder -thema stimmen wir im Vorfeld mit der jeweiligen Unit ab. Auf Basis der Forschungsfragen zum Untersuchungsobjekt wird ein Leitfaden konzipiert, der dem Interviewer als Unterstützung bei der Durchführung des Einzelinterviews dient. Damit können alle relevanten Fragen in beliebiger Reihenfolge geklärt werden. Für eine detaillierte Beobachtung und Protokollierung benötigen wir passende Hardware und Software, um das Interview aufzeichnen und in den Beobachtungsraum übertragen zu können.

Dreharbeiten BR
Wie werden die Aufzeichnungen bzw. ein Usability Test ausgewertet?

Die Grundlage für die Auswertung ist primär das Beobachtungsprotokoll sowie die Durchsprache der Besonderheiten und Erkenntnisse direkt nach Beendigung eines Interviews. Nach Abschluss der Erhebung erfolgt zunächst eine Aggregation aller Erkenntnisse. Diese wird anhand der Problemschwere und geschätzter Auftrittshäufigkeit gewichtet sowie mit vorliegenden Verstößen gegen die Dialogprinzipien belegt. Im Anschluss daran erfolgt gemeinsam mit der beauftragenden Unit ein Erkenntnisworkshop, in dem in unserem System realisierbare Empfehlungen und Lösungen ausgearbeitet werden. Abschließend fassen wir die Erkenntnisse und zugehörige Empfehlungen in einer Ergebnispräsentation zusammen.
Die Video-Aufzeichnung wird nur als Absicherung beziehungsweise Fallback bis zum Ende des Projekts aufbewahrt. Danach werden alle Erhebungsdaten datenschutzkonform gelöscht.

Wie lange haben die Dreharbeiten gedauert?

Gefühlt war es eine Ewigkeit :-), tatsächlich beschränkte sich unser Part auf nur knapp 60 Minuten.

Dreharbeiten BR
Wart ihr aufgeregt? Oder habt ihr vorher schon etwas “geprobt”?

Da wir erst kurz vor dem Videodreh ein Briefing erhielten, waren wir schon recht unruhig und aufgeregt.

Natürlich haben wir uns im Vorfeld schon Gedanken gemacht, was wir zeigen könnten. Wir hatten einen Plan A (Wir beide stellen eine Interviewsituation nach) und Plan B (Wir erläutern einem Azubi die Methode Usability Test in einem Gespräch inklusive Beispielen). Letztlich trat aber Plan R (= Regisseur) in Kraft. :-) Gemeinsam mit den Azubis stellten wir eine Interviewsituation und eine Beobachtungssituation nach. Was bedeutet: "Proben" konnten wir nicht. Es hat aber dennoch Spaß gemacht, war eine interessante Erfahrung und wir sind gespannt, wie viele Sekunden wir im gesamten Film zu sehen sind.


Das Ergebnis des Filmdrehs wird am Montag, den 15. April 2019, um 10 Uhr auf ARD-alpha zu sehen sein. Nach der Ausstrahlung könnt ihr den Beitrag außerdem in der „Ich mach’s!“-Mediathek finden.

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