Verantwortung - mehr als nur ein Neujahrsvorsatz

03. Apr 2019
Michaela Ulrich

Schnee, Rundfahrt in Pferdekutschen und Lagerfeuer - was eher nach Winterurlaub klingt, erwartete ein Drittel von empiriecom im Februar 2019 im thüringischen Oberhof. Doch wir waren natürlich auch fleißig und nahmen an einem zweitägigen Workshop zum Thema „Verantwortung, Haltung und Verbindlichkeit“ teil.

Ziel der Veranstaltung war es, Raum für Diskussion und Bewusstsein für die besonders im agilen Umfeld essentiell wichtigen Themen Verantwortung, Haltung und Verbindlichkeit zu schaffen. Dies sollte bewusst nicht in den eigenen Räumlichkeiten stattfinden, sondern auf neutralem Boden, abseits der täglichen Routine. Zwei Tage fernab des Büroalltags sollten die Möglichkeit bieten, neue Perspektiven einzunehmen, sich intensiv untereinander auszutauschen und Kollegen, mit denen man normalerweise nicht viel zu tun hat, besser kennenzulernen.

Nachdem wir bei empiriecom die vorhandenen Hierarchien größtenteils abgebaut haben, hat das Thema Verantwortung einen noch größeren Stellenwert bekommen. Die einzelnen Units organisieren sich selbst, setzen sich ihre eigenen Ziele und treffen Entscheidungen gemeinsam. Nicht nur auf fachlicher Ebene (Rollen statt Positionen, neue Abläufe, etc.), sondern auch auf persönlicher Ebene entstehen für die Mitarbeiter dadurch einige Herausforderungen. 

Wer trägt die Verantwortung? Was bedeutet Verantwortung überhaupt? Wie hängen Verantwortung, Haltung und Verbindlichkeit zusammen? Welche Konsequenzen entstehen daraus? Diese und andere Fragen wurden in den zwei Tagen in Oberhof ausführlich diskutiert und anhand praktischer Beispiele und Rollenspielen exerziert.

Slides

Begleitet und moderiert wurde der Workshop von Christian Baudisch, Change Enabler & Organizational Acupuncturist und Inhaber von “The Really Effective Group” (http://www.reallyeffective.ch/). Durch seine langjährige Erfahrung als Unternehmensberater und Coach ist er Experte in der Begleitung von tiefgreifenden Entwicklungs- und Veränderungsprozessen in Unternehmen. Seine sympathische, aufgeweckte Art und sein Fingerspitzengefühl für Menschen und Situationen haben maßgeblich dazu beigetragen, die zwei Tage in Oberhof zu einer super interessanten und interaktiven Veranstaltung zu gestalten.

Nach leidenschaftlichen Diskussionen, informativen Gesprächen und abwechslungsreichen Methoden (natürlich gab es auch ausgiebige Pausen und ausreichend Verpflegung) wurde der erste Tag durch ein top organisiertes Abendprogramm abgerundet. Zuerst ging es zu Fuß Richtung Ortsmitte. Dort warteten auf uns drei Pferdekutschen mit gut ausgestatteten Planwägen (Überraschung!). "Alles einsteigen, bitte!" und ab ging die Fahrt ins Ungewisse. Nach etwa 45 Minuten durch Stadt und Wald, warteten auf uns knisternde Feuerstellen, gegrillte Würstchen und leckerer Glühwein. Anschließend ging es im Pferdegalopp zurück zum Hotel. Dort konnten wir die Eindrücke des Tages bei gutem Essen und Musik sacken lassen.

Pferdekutsche
Lagerfeuer

Mit einem reichlichen Frühstück starteten wir in den zweiten Tag. Nachdem weitere praxisnahe Situationen diskutiert und die Eindrücke des ersten Tages in Kleingruppen ausgetauscht wurden, kam es zu einer ausgiebigen Rekapitulation der zwei Tage. Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Mittagessen und wir traten mit unseren Koffern, die mit zahlreichen neuen Eindrücken und schönen Momenten gefüllt waren, die Heimreise an.   


Wie es unseren Mitarbeitern gefallen hat? Wir haben nachgefragt!

Fabian
Fabian, E-Commerce Platform Strategist:

„Es war ein erfolgreicher Workshop! Durch die Einführung der Agilität bei empiriecom als Organisationsform und Handlungsprinzip in einer komplexen VUCA-Welt (Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) wird es immer wichtiger, sich innerhalb der Firma aufeinander verlassen zu können. Wir haben zwei Tage in winterlichem Ambiente von Oberhof intensiv mit einem Drittel aller Mitarbeiter von empiriecom zum Themenfeld "Verantwortung, Haltung und Verbindlichkeit" gearbeitet. Dabei haben wir in Groß- und Kleingruppen diese auf den ersten Blick eher abstrakten Begriffe für uns konkretisiert und dann spielerisch auf alltägliche Situationen angewendet. Achso, und natürlich hatten wir auch viel Gelegenheit für firmenübergreifendes Socialising bei gutem Essen und Trinken, Musik und Entertainment.“


Natalie
Natalie, Head of Team User Centered Design:

„Kommunikation, Zwischenmenschlichkeit und Mut sind meine drei Begriffe für diesen Workshop. Klar, deutlich und transparent kommunizieren, um das Bestmögliche für empiriecom und sich selbst rauszuholen (Effizienz, Effektivität).
Die „Antennen“ ausfahren und herausfinden, mit wem man gerade kommuniziert, um auf der zwischenmenschlichen Ebene wertschätzend und achtsam miteinander umzugehen. Agilität heißt unter anderem „einfach mal machen“. Für den ein oder anderen bedeutet das wiederum, seine eigene Komfortzone zu verlassen - und das bedarf Mut. 

Diese drei Begriffe spielen eine große und wichtige Rolle bei Verantwortung, Haltung und Verbindlichkeit. Dies alles durften wir im Workshop in Rollenspielen und Diskussionen erleben und üben. Für die Praxis wurde mir weiteres hilfreiches „Futter“ mitgegeben. Danke!”


Erik, Backend Developer:

„Ich fand es in Oberhof sehr gut! Die Tagung an sich war wirklich sehr tiefgründig und hat mich bei vielen Punkten zum Nachdenken angeregt. Eine gute Geschichte ist auch die folgende:

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute, wie dieser Kerl, vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer" (aus P. Watzlawick: Anleitung zum unglücklich sein.)

Diese Geschichte kam in der Feedbackrunde am Ende vor. Ich finde alleine dieses Beispiel zeigt, dass man oft negativer an die Dinge herangeht als sie eigentlich sind.“


Anne, Projektmanagerin:

„3 Dinge, die mir im Gedächtnis geblieben sind:
- Ausbrechen aus dem Gedankenkarusell: den Mut fassen und Dinge ansprechen beziehungsweise einfach machen, bevor man ewig darüber nachdenkt.
- Sich seinen Ängsten stellen: Nur wenn man sich immer wieder seinen Ängsten stellt, kann man diese minimieren/ besiegen.
- Verbindlichkeiten einfordern und selber einhalten: Ein erster Schritt ist zum Beispiel die eigene Pünktlichkeit zu Terminen und auch diese von anderen einfordern.”


Christian
Christian, Head of Department Data Management:

„Bei mir bleibt hängen, dass die Basis unserer Zusammenarbeit, ja sogar unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts, gegenseitiges Vertrauen, Wertschätzung und Verbindlichkeit sind. Klingt vielleicht etwas hoch aufgehängt - jeder kann sich dazu Gedanken machen und überlegen, was aus seiner Sicht der Klebstoff für ein gutes Miteinander ist...

Ich finde es wichtig und richtig, dass wir uns die Zeit für dieses essenzielle Thema genommen haben. Wir alle können für unsere tägliche Arbeit, für unser tägliches Miteinander viele Anregungen aus unserem Seminar mitnehmen - ein bewusster, achtsamer Umgang miteinander bringt uns näher zusammen. Und macht uns garantiert noch erfolgreicher!”


Vielen Dank für die Organisation dieser zwei tollen und lehrreichen Tage!
Wir bedanken uns bei unserem Coach Christian Baudisch und allen, die dabei waren! Im Laufe des Jahres wird gesamt empiriecom die Möglichkeit haben, mehr zum Thema “Verantwortung, Haltung und Verbindlichkeit” zu erfahren.

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