Ansprechen statt wegschauen: Warum wir bei empiriecom über mentale Gesundheit sprechen

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Manchmal ist spürbar, dass etwas nicht stimmt. Jemand ist stiller als sonst, wirkt angespannt oder zieht sich zurück. Auch die eigenen Gedanken können ein Zeichen sein: Seit Tagen versucht man, alles unter einen Hut zu bekommen, bis irgendwann die Kraft dazu fehlt. Mentale Gesundheit gehört für uns bei empiriecom zum Miteinander, denn private Gedanken und Sorgen verschwinden nicht, sobald der Arbeitstag beginnt. Wir lassen niemanden damit allein.

Lesezeit: 2 Minuten

Eine wichtige Anlaufstelle sind unsere MHFAler:innen. Die Abkürzung MHFA steht für Mental Health First Aid, also Erste Hilfe für die psychische Gesundheit. Yvonne ist MHFAlerin bei empiriecom und arbeitet als Scrum Master und Coach eng mit den Teams zusammen. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, was sie zu ihrer Ausbildung bewegt hat, wie sie ihre Rolle erlebt und was ihr im Umgang mit mentaler Gesundheit besonders wichtig ist.

Warum brauchen wir MHFAler:innen?

Für Yvonne begann alles mit einer Beobachtung aus dem Arbeitsalltag: Gemeinsam mit anderen Kolleg:innen stellte sie fest, dass es einen Bedarf an mentaler Unterstützung gibt, gleichzeitig allerdings das Wissen fehlte, richtig zu reagieren.

Die Ausbildung zur MHFAlerin sollte ihr deshalb vor allem eines geben: Sicherheit im Umgang mit Fragen wie: Was kann ich unternehmen, wenn es jemandem nicht gut geht? Wie spreche ich jemanden an, wenn ich den Eindruck habe, dass etwas nicht stimmt? Und wann ist es sinnvoll, professionelle Hilfe einzubeziehen?

Das Ziel ist nicht, Diagnosen zu stellen oder therapeutische Aufgaben zu übernehmen. MHFAler:innen hören zu, nehmen Sorgen ernst und unterstützen dabei, einen passenden Weg zu finden. Wer ein offenes Ohr oder einen Rat braucht, kann sich jederzeit an sie wenden.

Ergänzt wird das Angebot durch Workshops und einen Mental-Health-Teams-Kanal, in dem Informationen, Tipps und Resilienz-Übungen geteilt werden. Eine Peer Group ist ebenfalls in Planung.

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Grünes Logo mit dem Schriftzug "MHFA Ersthelfer*in"

Wenn vieles gleichzeitig zusammenkommt

Meistens ist es nicht die eine Sache. Häufig ist es das Zusammenspiel verschiedener Aspekte: mehrere parallellaufende Themen, häufige Wechsel zwischen Aufgaben oder das Gefühl, den eigenen Fokus immer wieder neu finden zu müssen. Und gleichzeitig läuft auch das private Leben mit all seinen Anforderungen weiter. 

Yvonne kennt das aus vielen Gesprächen: Was in diesen Situationen hilft, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Den einen hilft es, Gedanken aufzuschreiben, was oft zu mehr Klarheit führt. Andere gehen nach einem langen Meeting kurz an die frische Luft, um den Kopf freizubekommen. Und manchmal reicht auch schon eine kurze Atemübung oder ein Glas Wasser, um für einen Moment durchzuatmen.

Yvonne ist es vor allem wichtig, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Die Stress-Ampel beispielsweise kann helfen, frühzeitig zu erkennen, wann die Belastung zunimmt oder erste Warnsignale auftreten.

Denn oft merken wir es selbst erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. 

Ansprechen, wenn etwas nicht stimmt

Noch schwieriger ist oft die Frage, wie man reagiert, wenn es einem anderen Menschen nicht gut geht.

Dann sind viele unsicher: Ist die Frage zu persönlich? Überschreite ich damit eine Grenze? Hat das Ganze vielleicht gar nichts mit der Arbeit zu tun? Schnell bleibt es bei der Beobachtung, obwohl eigentlich der Wunsch da ist, für die Kolleg:innen da zu sein.

Yvonne ermutigt dazu, offen auf die Person zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Dafür braucht es keinen besonderen Einstieg. Ein „Du wirkst gerade nicht wie sonst. Was beschäftigt dich?“ kann schon ausreichen.

Ist das Gespräch erst einmal begonnen, geht es ums Zuhören. Nicht darum, sofort eine Lösung zu finden oder das Gesagte zu bewerten, sondern der anderen Person Raum zu geben. Allein das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden, kann schon viel bedeuten.

Yvonne wünscht sich, dass es genauso selbstverständlich ist zu sagen: „Mir geht es gerade nicht so gut.“, wie: „Ich brauche Unterstützung bei einer Aufgabe.“

Manchmal beginnt genau das mit einer einfachen Frage:

„Was beschäftigt dich gerade?“